Lebensretter trainieren für den Ernstfall

Rund 60 Taucher des Landesverbandes der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Sachsen-Anhalt trafen sich am Wochenende in der Kurstadt, um im See eine Großübung mit verschiedenen Stationen zu absolvieren. Diese zwei Tage dienten zur Aus- und Weiterbildung für Einsatztaucher und Bootsbesatzungen.

[Von Ivonne Bolle, Volksstimme - Jeetze-Kurier Salzwedel - 29.09.2008]

Arendsee. Im Strandbad reihen sich rot-weiße Fahrzeuge hintereinander. Mitglieder der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) lassen Einsatzboote zu Wasser, andere ziehen sich ihre Tauchanzüge an, überprüfen den Luftdruck ihrer Sauerstoffflaschen. Großeinsatz? Nein, zum Glück nicht. Keine Hektik, alle arbeiten konzentriert. Es ist eine Übung. Rund 60 Männer und Frauen trainieren an diesem Wochenende das Arbeiten unter Wasser, verbessern Techniken und die Zusammenarbeit mit Booten. Die Kameraden üben für den Ernstfall. Unter anderem gehören sie den Ortsgruppen Hettstedt, Merseburg, Mittlere Unstrut, Halle, Zerbst und Wittenberg an.

Die DLRG arbeitet grundsätzlich ehrenamtlich mit freiwilligen Helfern. Mit 561000 Mitgliedern ist sie die größte freiwillige Wasserrettungsorganisation der Welt.

Auf der Seetribühne sitzt eine kleine Gruppe um Jörg Lehmann - Einsatzbesprechung. Er gehört zu der Ortsgruppe Tangermünde. „Wir üben hier spezielle Aufgaben, die wir sonst in anderen Gewässern nicht trainieren können", sagt er. Seit fünf Jahren kommt der DLRG-Landesverband nach Arendsee. „Wir haben hier ideale Bedingungen", sagt er und fügt hinzu: „Zum einen haben wir im KiEZ gute Schulungs- und Übernachtungsmöglichkeiten. Und in der Nähe ist der See, in dem wir optimal trainieren können."Verschiedene Stationen sind aufgebaut: Zum Wrack fährt eine Bootsbesatzung mit Tauchern. Sie tauchen 15 bis 20 Meter tief und sind durch eine Signalleine mit der Bootsbesatzung verbunden. „Das ist der Unterschied zu den Sporttauchern, die sind immer zu zweit - bei uns sind sie alleine", erklärt der Tangermünder.

Zeitgleich bereitet sich Mathias Stürze von der Ortsgruppe Leuna-Merseburg auf seinen Tauchgang vor. Er wird in fünf bis sechs Metern Tiefe Gegenstände suchen - blind. Die Taucherbrille ist mit dunkler Folie zugeklebt. „Schließlich haben wir ja nicht immer so ein tolles Wetter wie heute. Wir müssen auch nachts los", sagt Jörg Lehmann. Auch Mathias Stürze bekommt Anweisungen von Mario Lathan über eine Signalleine. Die Leine dient somit als Wegweiser. Der Taucher sucht mit der Hilfe seines Kameraden am Steg systematisch einen bestimmten Radius ab. Der Einsatz dauert 15 Minuten.

An einer anderen Stationen ist handwerkliches Geschick gefragt - im Wasser. Ein Schraubstock ist in ungefähr sechs Meter Tiefe am Seeboden befestigt. Dort üben die ehrenamtlichen Helfer sägen, meißeln, hämmern. „Das sind Übungen, um im Wasser die Konzentrationsfähigkeit zu stärken", sagt Jörg Lehmann.


Begeistert aufgetaucht

Von Maik Bock, Altmark-Zeitung

ARENDSEE. Der Arendsee bietet ideale Bedingungen, um Taucher auszubilden. Das bewies jüngst der Landesverband der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Im Strandbad von Arendsee haben am vergangenen Wochenende die Helfer der DLRG ihre Zelte aufgeschlagen. Am See fand die Ausbildung der Rettungstaucher statt, den theoretischen Teil absolvierte man im Kinder-Erholungszentrum (KiEZ), wo sie auch die Nächte verbrachten. "Wir freuen uns, hier mit dem Arendsee ein gutes Übungsobjekt zu haben", so Jörg Lehmann, Tauchreferent des Landesverbandes Sachsen-Anhalt.

Taucher und Bootsführer aus den Ortsgruppen Halberstadt, Aschersleben, Hettstedt, Merseburg, Mittlere Unstrut, Halle, Zerbst, Wittenberg, Tangermünde und dem Geiseltal erweiterten ihre Kenntnisse und absolvierten auch erforderliche Tauchstunden und Übungen. Gut 55 Taucher und Bootsführer nebst Begleitpersonal waren drei Tage in Arendsee zu Gast. Unter Wasser zeigten die Lebensretter, dass sie mit Säge, Hammer und Meißel umgehen können. Zum Wrack wurde getaucht und mit der Rettungspuppe wurden Situationen der Menschenrettung simuliert, ebenso Bergungen aus der Tiefe.

Auch die Arbeit mit Hebesäcken wurde trainiert. Die Bootsführer übten das Absetzen und Aufnehmen der Taucher auf dem Gewässer im Stand und der Fahrt. Die Taucher des Verbandes dankten vor allem den KiEZ und der Stadt Arendsee für die Unterstützung bei der Ausbildung und die kostenlose Nutzung des Strandbades als ideales Objekt, um sich so weiter zu bilden.