Für deutsche Damen noch mal 3 Medaillen am letzten Tag der World Games

[Kaohsiung, 25. Juli 2009]

Am dritten und letzten Wettkampftag der Rettungssportler bei den World Games sorgten vor allem die deutschen Damen für einen erfreulichen Abschluss.

In den Staffeln zeigten sie, dass sie durchaus mit der Weltspitze auch im Freigewässer mithalten konnten. Denn jeweils in den beiden Freiwasserstaffeln holten sie Bronze aus den Wellen der Sizihan Bay. Beim Retten mit Rettungsbrett warf das rein hallesche Duo Julia Schatz/Stephanie Kasperski ihre ganze Routine in die Waagschale zumal sie beim Auftakt der Bundesligaserie DLRG-Trophy im Juni diese Konstellation unter Wettkampfbedingungen schon geprobt hatten. Auch bei der Gurtretterstaffel waren die Hallenserinnen beteiligt. Aline Hundt und Stephanie Kasperski zogen nach Südafrika und Australien als Dritte die zu rettende Schwimmerin ans Ufer. Wie wichtig diese beiden dritten Plätze im Freigewässer waren, zeigte sich dann beim Zusammenzählen aller erreichten Staffelplatzierungen. Denn ganz knapp konnten dadurch die deutschen Damen im Staffelmehrkampf noch die Chinesinnen, die bei den Staffeln in der Schwimmhalle so dominierten und nun im Freigewässer nur zwei achte Plätze belegten, noch abfangen und sich vor Australien, Italien und China die Goldmedaille sichern. Diese Goldmedaille hat um so höheren Wert, da die Staffelmehrkampfmedaillen als einzige in den Medaillenspiegel der Nationenwertung der World Games einfließen. Die Herren lagen im Staffelmehrkampf auch gut im Rennen um eine Medaille. Jedoch in beiden Freiwasserstaffeln machten Platz 4 in der Gurtretterstaffel und vor allem der 7. Platz in der Rettungsbrettstaffel diese Hoffnungen zunichte.

In den Einzelwettkämpfen gab es die erwartete Dominanz der Meeresanrainer aus Ozeanien. Australien gewann hier 4 der zu vergebenen 6 Goldmedaillen und Neuseeland die restlichen zwei. Auch von der Medaillenvergabe bei Silber und Bronze waren die Deutschen weit entfernt. Immerhin erreichte die Hallenserin Julia Schatz alle drei Freigewässerfinals der jeweils besten 16, beim Rettungstriathlon Oceanwoman gelang ihr dabei ein achtbarer 8. Platz. Auch die anderen 3 Hallenser erreichten zumindest jeweils einmal ein Finale und sammelten damit wichtige Punkte für die Teamwertung. Aline Hundt erkämpfte sich Platz 15 im Rettungstriathlon, Stephanie Kasperski Platz 14 und Benjamin Bilski Platz 15 im Brandungsschwimmen.

Leider reichten die sogenannten kleinen Punkte nicht, um den 4. Platz in der Gesamtwertung zu halten. Die Neuseeländer, die neben den Australien einen bärenstarken Freigewässertag hatten, zogen noch an Deutschland vorbei wodurch die DLRG-Nationalmannschaft auf den 5.Platz zurückrutschte. Für die halleschen Rettungsschwimmer waren die World Games jedoch wieder ein Riesenerfolg, denn nach 1997 in Finnland, 2001 in Japan und 2005 in Deutschland konnten Binnenländler aus Sachsen-Anhalt das sportliche Großereignis World Games nicht nur miterleben, sondern auch mitbestimmen.


Aline Hundt und Stephanie Kasperski im Pech am zweiten Tag der World Games

[Kaohsiung, 24. Juli 2009]

Am zweiten Tag der Rettungssport-Wettkämpfe bei den World Games erwischte die DLRG Nationalmannschaft am morgen mit der Qualifikation von gleich drei Damen für das A-Finale über 100 m Retten mit Flossen zunächst einen guten Start, mit dabei auch Aline Hundt als Vorlauffünfte und sehr guten Chancen auf eine Medaille für das Finale am Abend.

Leider ging es so nicht weiter. Denn es folgten 3 Disqualifikationen der Deutschen in den folgenden Vorläufen; so auch Stephanie Kasperski, die über die 100 m Kombinierte Rettungsübung mit Chancen auf eine A-Final-Teilnahme an den Start ging.

Am Abend in den Einzelfinalläufen dominierten dann die Athletinnen und Athleten aus China und Italien, die 10 von 12 zu vergebenden Medaillen erschwammen. Aline Hundt hätte diese Übermacht zumindest im Finale über 100 m Retten mit Flossen durchbrechen können, denn sie war hier auf Medaillenkurs, scheiterte jedoch beim Anschlag und wurde Vierte mit drei Hunderstelsekunden Rückstand auf den Silberrang und sogar nur eine Hunderstel hinter Platz 3. Somit erreichten die Deutschen am zweiten Wettkampftag leider keine Einzelmedaillen. Jedoch in der 4 x 50 m Gurtretterstaffel am Schluss des Tages erschwammen die Deutschen Damen mit Hundt und Kasperski in Europarekordzeit den 2. Platz hinter den Chinesinnen, die in neuer Weltrekordzeit anschlugen. Die Männerstaffel mit dem am ersten Tag so erfolg-reichen Benjamin Bilski wurde hinter China, Italien und Neuseeland leider nur Vierte.

Nachdem die Wettkampftage in der Schwimmhalle nunmehr vorbei sind und die Deutschen in der Teamwertung hinter Italien, China und Australien auf Platz vier liegen bleibt als Zwischenfazit, dass es in den Staffeln gut gelaufen ist, aber dass die Ergebnisse in den Einzelstrecken mit nur einer Medaille durch den Hallenser Benjamin Bilski eher ernüchternd sind. Nun müssen sich die Deutschen auf die Freigewässerwettkämpfe konzentrieren. Vielleicht können sie hier für eine Überraschung sorgen. Jedoch wird es schwer in den von den Australiern, Neuseeländern und Südafrikaner dominierten Freigewässerstrecken die vorderen Plätze mitzubestimmen.

100 m Retten mit Flossen, Damen

1. Jian-rong Song, 0:56,97 min., 4. Aline Hundt, 0:58,32 min.

100 m Kombinierte Rettungsübung, Damen

1. Yu-ting Gao, 1:16,57 min., Stephanie Kasperski im Vorlauf disqualifiziert

100 m Gurtretterstaffel, Damen

1. China, 1:41,03 min., 2. Deutschland (mit Hundt, Kasperski) 1:42,56 min.

100 m Gurtretterstaffel, Herren

1. China, 1:29,97 min, 4. Deutschland (mit Bilski) 1:33,57 min.

Sachsen-Anhalter in Taiwan erfolgreich

[Kaohsiung, 23. Juli 2009]

Bei den World Games 2009 in Kaohsiung (Taiwan) - den Spielen der nichtolympischen Sportarten - haben heute die Wettkämpfe der Rettungssportler begonnen.

Die DLRG Nationalmannschaft hat einen guten Start erwischt und 4 Medaillen gewonnen. Von den 10 deutschen Rettungssportlern sind aus Sachsen-Anhalt mit dabei: Aline Hundt, Stephanie Kasperski, Julia Schatz und Benjamin Bilski.

Am ersten Wettkampftag der Rettungssportler bei den World Games standen in der Schwimmhalle mit 200 m Hindernisschwimmen, 4 x 50 m Hindernisstaffel und den Sprints über 50 m Retten einer Puppe sowie 4 x 25 m Puppenstaffel insgesamt 8 Disziplinen auf dem Programm.

Die Starter der DLRG Halle-Saalekreis kamen dabei sehr gut in Fahrt und waren an allen 4 deutschen Medaillen des ersten Wettkampftages beteiligt. Benjamin Bilski wurde in einem starken Rennen über 200 m Hindernisschwimmen mit 1:57,00 Dritter. Der Sieger Zhang En-jian aus China erreichte in 1:55,01 einen neuen Weltrekord. Noch beeindruckender ging es bei den Damen zu. In der gleichen Disziplin pulverisierte die Chinesin Lu Ying förmlich die alte Weltrekordmarke und stellte mit 2:01,88 eine neue Fabelzeit auf.

In der 4 x 50 m Hindernisstaffel trug Benjamin Bilski zum Erringen der Silbermedaille bei. Während die Italiener kaum zu bezwingen waren und einen neuen Weltrekord aufstellten, konnten die deutschen Herren sich knapp vor Neuseeland und China platzieren. Bei den Damen - mit dabei Aline Hundt und Stephanie Kasperski - lief es nicht ganz so glücklich. Deutlich hinter China, Italien und Australien reichte es nur zum undankbaren 4.Platz.

Beim Sprint über 50 m mit Puppe sammelten die Hallenser wichtige Punkte für die Teamwertung. Stephanie Kasperski schrammte knapp an Bronze vorbei und wurde mit 21 Hundertstel Sekunden Rückstand Vierte. Benjamin Bilski wurde auf gleicher Strecke im B-Finale Zweiter.

Am späten Abend dann bei noch immer 33° Celsius und gefühlten 90% Luftfeuchtigkeit kam es dann zum Paukenschlag. Denn über die 4 x 25 m Rettungsstaffel trumpften die Damen - wohl noch angestachelt durch die verpasste Medaille in der Hindernisstaffel - unerwartet stark auf, hielten die sonst so starken Italienerinnen und auch die Chinesinnen in Schach und wurden verdient World Games Sieger – somit Gold für Hundt und Kasperski!
Die Herren dagegen mussten zwar Italien ziehen lassen, aber konnten zumindest Australien und China hinter sich lassen und wurden Zweiter. Benjamin Bilski holte damit seine dritte Medaille am Auftakttag der Rettungsschwimmer!

200 m Hindernis, Herrren

1. En-jian Zhang, 1:55,01 min, 3. Benjamin Bilski 1:57,00 min

Hindernisstaffel, Damen

1. China, 1:50,49 min , 4. Deutschland (mit Hundt, Kasperski) 1:55,68 min

Hindernisstaffel, Herren

1. Italien, 1:38,88 min 2. Deutschland (mit Bilski) 1:39,81 min

50 m Retten einer Puppe, Damen

1. Isabella Cerquozzi, 0:37,32 min, 4. Stephanie Kasperski 0:38,78 min

50 m Retten einer Puppe, Herren

1. Federico Pinotti, 0:30,48 min, 10. Benjamin Bilski, 0:33,46 min

4x25 m Puppenstaffel, Damen

1. Deutschland (mit Hundt, Kasperski) 1:27,33 min

4x25 m Puppenstaffel, Herren

1. Italien, 1:11,23 min, 2. Deutschland (mit Bilski) 1:14,57 min