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Als Ertrinken noch "keine Seltenheit" war

[Donnerstag, 24. Oktober 2013]

Lebensretter der DLRG demonstrieren zu ihrem 100. Geburtstag gegen Bäderschließungen

Nach einem schweren Unglück auf Rügen wurde vor 100 Jahren die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft gegründet. Heute ist sie die weltweit größte Organisation ihrer Art.

Anlass war der Einsturz der Binzer Seebrücke im Jahr 1912 wodurch 17 Menschen ums Leben kamen, unter ihnen sieben Kinder, obwohl sich das Unglück wenige hundert Meter vom Strand entfernt abspielte. "Damals war Ertrinken noch 'keine Seltenheit'", erklärt der Vorsitzende der Bernburger Lebensretter, Martin Schulz.

"Von den unzähligen Menschen die sich auf der Brücke und auf dem Bäderschiff befanden, war kaum jemand fähig und bereit, Menschen vor dem Ertrinken zu retten oder Erste Hilfe zu leisten und Wiederbelebungsversuche zu machen", erklärte Schulz weiter.

So kam es, dass genau vor 100 Jahren, am 19.Oktober 2013 im Leipziger Hotel "De Prusse", die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft gegründet wurde.

Heute ist die DLRG mit mehr als 570.000 Mitgliedern die größte freiwillige Wasserrettungsorganisation der Welt. Je nach Sommer ertrinken immer noch etwa 450 Personen beim Baden. Im vergangenen Jahr waren es allerdings "nur" 383 Todesfälle, die niedrigste Zahl, seit Beginn der statistischen Erfassung.

Trotz aller Erfolge der DLRG warnt ihr Präsident Klaus Wilkens davor, das Erreichte aufs Spiel zu setzen. Er kritisiert vor allem die Bäderpolitik der Kommunen: In den vergangenen fünf Jahren seien in Deutschland 285 Bäder geschlossen worden, weitere 452 Bäder seien akut von einer Schließung bedroht. Jede vierte Grundschule habe schon jetzt keinen Zugang mehr zu einem Schwimmbad, rechnet Wilkens vor. Die Folge: Nachdem die Zahl der ertrunkenen Kinder in den vergangenen zwölf Jahren kontinuierlich gesunken war, sind in diesem Jahr bereits 32 Jungen und Mädchen unter 15 Jahren ums Leben gekommen. 2012 dagegen wurden insgesamt 18 junge Ertrunkene gezählt. Heute können nach DLRG-Angaben zwar mehr als 80 Prozent der Bevölkerung in Deutschland schwimmen, das sind aber rund zehn Prozentpunkte weniger, als noch Ende der achtziger Jahre.

Zum 100. Gründungstag der DLRG demonstrierten knapp 2000 Lebensretter aus allen Bundesländern in 180 Rettungsbooten mit einem 1,5 km langem Bootskorso in Berlin unter dem Motto: "Sicherheit für Kinder - gegen die Schließung von Schwimmbädern". Die Bernburger und Staßfurter Lebensretter der DLRG Bernburg/Saale waren mit Ihrem Rettungsboot mittendrin und vertraten dabei auch das Land Sachsen-Anhalt. "Ein unbeschreibliches Erlebnis, mit so vielen Rettungsbooten für die Sicherheit unserer Kinder und Jugendlichen zu demonstrieren", erklärte Bootsführer Volker Jödicke. Die Boote fuhren, von der Schleuse Charlottenburg kommend, die Spree entlang bis zum Hauptbahnhof und dann über den Humboldthafen, Nordhafen und Westhafen zum Schloss Charlottenburg zurück. Fazit der Lebensretter: "Jeder sollte schwimmen können und die Möglichkeit bekommen, schwimmen zu lernen."

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