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Einsatz an der Weißen Elster

Unter Einsatzleitung der DLRG Sachsen waren auch Helfer der DLRG Sachsen-Anhalt im Einsatz beim Unglück an der Weißen Elster.

Hintergrund:

Bei einem Unfall auf der Weißen Elster in der Nähe des Palmengartens in Leipzig sind am Sonntag den 13. April fünf Kinder mit ihrem Sportruderboot ein Wehr heruntergestürzt und gekentert. Ein zwölfjähriger Junge wird seitdem vermisst. Zwei Mädchen und ein Junge konnten bei Bewusstsein aus dem Wasser geborgen werden. Dabei wurde Tobias Knörge aus Halle zum Lebensretter, der unter Einsatz seines eigenen Lebens ein Mädchen rettete. Der 18-jährige - selbst Regatta-Teilnehmer - schnappte sich ein Boot, um den Kinder zu helfen. Ein weiterer Junge war nach seiner Bergung aus dem Wasser wiederbelebt worden. Der Elfjähriger kämpfte lange im Koma liegend ums Überleben. Sein Zustand ist nunmehr stabil, aber nach wie vor lebensbedrohlich. Die anderen 3 Kinder im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren befinden sich im Krankenhaus. Sie waren am Sonntag außer Lebensgefahr. Die Eltern und Betreuer der Nachwuchsruderer wurden psychologisch betreut. Die jungen Sportler gehören zur Rudervereinigung aus Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt und wollten an der 29. Langstreckenregatta des Leipziger Rudervereins Triton 1893 e.V. teilnehmen. Um den vermissten Jungen zu finden suchten neben den Einsatzkräften von der Feuerwehr auch DLRG-Mitglieder In Schlauchbooten den Uferbereich in einem mehrere Kilometer langen Teilstück flussabwärts ab. Wegen starker Regenfälle in den vergangenen Tagen führe die weiße Elster enorme Wassermengen mit sich, welche die Fließgeschwindigkeit noch verstärkten. Das Wasser sei etwa zehn Grad kalt und wegen der starken Strömung unterhalb des Wehrs selbst für einen erfahrenen Schwimmer kaum berechenbar. Das Wehr sei Bootsfahrern nicht zum ersten Mal zum Verhängnis geworden. Seit geraumer Zeit warnt deshalb eine Leine mit orangefarbenen Leuchtkugeln vor der Gefahrenstelle. Trotzdem geschah das Unglück am Sonntag gegen 14.20 Uhr. Ein Boot - ein Vierer mit Steuermann - war auf dem Weg zum Start flussaufwärts unterwegs. Das Ruderboot trieb nach einer Einmündung rückwärts an die etwa vier Meter hohe Staustufe, das sogenannte Elsterwehr am Palmengarten, und stürzte dann ab.

Einsatz am 14. und 15.04. durch DLRG-Einsatzkräfte aus Sachsen-Anhalt

Zu Erst vor Ort war die Rettungshundestaffel der DLRG Halle-Saalekreis, Einsatzleiter war Kamerad Jürgen Kapp. Später wurden die Taucher der DLRG Halle-Saalekreis mit einer Einsatzstärke 1/7 nachgefordert. Der Einsatz vor Ort wurde bis ca. 18:00 vom DLRG-LV Sachsen koordiniert, am Abend übernahmen die Einsatzkräfte von der DLRG Halle-Saalekreis weitere Aktionen selbst. Ein Tauchtrupp suchte von ca. 20:30 bis 22:30 den Fluss in Strommitte ca. 60m unterhalb das Wehres ab, da diese Stelle vorher durch die Rettungshunde mehrfach angezeigt wurde. Die Wassertiefen im abgesuchten Bereich waren von 0,8 bis 4,5m bei unterschiedlichen Strömungsverhältnissen, es herrschte nahezu keine Sicht. Die Leitung im Einsatzabschnitt hatte die BF Leipzig, welche den Einsatz der Taucher mit Booten und Beleuchtung unterstützte. Gegen 23.00 Uhr wurde der Einsatz vorerst abgebrochen. Am 15.04. suchten Rettungshundestaffel und Taucher von der DLRG Halle-Saalekreis und Hettstedt von 11:00 bis ca. 16:00 Uhr direkt unterhalb des Wehres. Die Einsatzleitung der DLRG-Kräfte oblag wiederum der DLRG-LV Sachsen. Die Hauptaufgabe bestand in der nochmaligen Absuche des Flusses unterhalb des Wehres vor allem durch die Rettungshunde. An den angezeigten Stellen sollten dann nochmals Taucher die Suche unter Wasser durchführen.

Durch die ständige Lageänderung, u.a. das Verstellen des Wehrdurchlaufes konnten die Taucher ihre Aufgabe nicht richtig durchführen. Frustrierend musste dann gegen 16:00 der Einsatz vorerst beendet werden.

Gedächtnisprotokoll eines DLRG-Helfers aus Leipzig über den Einsatz am Palmenwehr

"Um 14.32 Uhr wurde der erste Alarm über die Funkmeldeempfänger ausgelöst. Eine telefonische Rücksprache mit Führungskräften der DLRG und der Leitstelle ergab einen scharfen Einsatz. (Je nach Örtlichkeit und Absprache fahren unsere Helfer dann individuell zur Einsatzstelle oder treffen sich an unserem Vereinsobjekt. Dieser Helfer fuhr direkt zur Einsatzstelle).

14.50 Uhr: Ankunft am Palmgartenwehr, die restlichen DLRG Einsatzkräfte waren schon vor Ort und suchten die linke untere Uferseite im hüft- bis schultertiefen Wasser nach dem Wehr von Land aus nach den Betroffenen ab. Ungefähr eine Minute nach meinem Eintreffen fand ein DLRG Einsatztaucher den regungslosen Körper von einem der vermissten Jungen. Zur Bergung an Land wurde er von einem weiteren DLRG Taucher und der Feuerwehr unterstützt.

Das sofort eintreffende Sanitäterteam begann direkt am Ufer mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Ich wurde beauftragt eine "Absaugung" von einem Rettungswagen (RTW) zu holen. Auf dem Weg zu dem am gegenüberliegenden Ufer parkenden RTW kam mir ein weiteres Sani-Team entgegen. Diese hatten eine Absaugpumpe dabei und ich führte sie zum Patienten. Die Reanimationen wurde ab dann von den Sanitätern fortgeführt. Ich erhielt daraufhin den Auftrag, den nachfolgenden Uferbereich mit einem weiteren DLRG Helfer abzusuchen.

Mittlerweile war auch das zweite DLRG Einsatzfahrzeug mit weiteren Einsatzkräften eingetroffen. Als wir auf dem Rückweg unseres Suchbereichs waren, fuhr der RTW zum Abtransport des Jungen vor. Ich half dann die Trage mit zum Patienten zu tragen. Dort wurde der Betroffene auf die Trage verbracht und unter ständiger HLW (Herz-Lungen-Wiederbelebung) in den RTW getragen.

Ungefähr eine viertel Stunde später wurden DLRG Einsatztaucher auf ein Boot der Feuerwehr versetzt um den Bereich direkt unterhalb des Wehres abzusuchen. Zeitgleich erhielt ich und ein weiterer Helfer den Auftrag, ein weiteres Motorrettungsboot zu holen. Als wir damit zurück an der Einsatzstelle waren, suchten wir mit einem weiteren Helfer der DLRG das Gewässer unterhalb des Wehres, speziell den teils dicht bewachsenen Uferbereich ab.

Nachdem auch diese Maßnahme ergebnislos verlief, bildeten wir zwei Tauchtrupps, die unabhängig voneinander unter bzw. im Wasser suchten. Ich selbst sicherte die Taucharbeiten mit einem Helfer und dem Motorrettungsboot ab. (Tauchen in strömenden Gewässern Bedarf besonderer Sicherungsmaßnahmen).

Gegen 19 Uhr wurden wir dann vom Deutschen Roten Kreuz mit Essen und Getränken versorgt. Wenig später wurde der Einsatz dann aufgrund der einbrechenden Dunkelheit abgebrochen."

Presseartikel der LVZ-Online zum Einsatz an der Weißen Elster

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