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Kategorie Katastrophenschutz, Kategorie Verschiedenes

Ehrenamt im Bevölkerungsschutz des Landes steht vor strukturellen Hürden

Veröffentlicht: 06.03.2026
Autor: DLRG LV Sachsen-Anhalt
Zahlreiche Gäste aus der Landespolitik
Vertreter der Hilfsorganisationen v.l.n.r. Kamill Wolny (JUH), Tobias Niemann (MHD), Holger Friedrich (DLRG), Sven Baumgarten (ASB), Michael Walter (DRK)
Bergretter des DRK
LAG-Vorsitzender Holger Friedrich begrüßt Holger Hövelmann
LAG-Vorsitzender Holger Friedrich begrüßt Ministerpräsident Sven Schulze
LAG-Vorsitzender Holger Friedrich mit Ministerin Dr. Tamara Zieschang im Dialog (Fotos: DLRG)

Hilfsorganisationen in Sachsen-Anhalt

Magdeburg. Beim parlamentarischen Abend der Hilfsorganisationen in Sachsen-Anhalt kamen Vertreterinnen und Vertreter der Landespolitik sowie die im Katastrophenschutz mitwirkenden Organisationen zusammen, um gemeinsam über den aktuellen Stand des Katastrophenschutzes und noch bestehende strukturelle Herausforderungen zu sprechen. Neben Ministerpräsident Sven Schulze nahmen Vertreter der Landesregierung sowie über 40 Abgeordnete der Landtagsfraktionen teil. Sie sprachen mit den Vertretern der Hilfsorganisationen besonders zu Themen der Ausbildung, Ausstattung und Finanzierung im Katastrophenschutz.

Holger Friedrich, amtierender Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft der Hilfsorganisationen (LAG HiO) und Geschäftsführer des DLRG-Landesverbandes Sachsen-Anhalt e.V., würdigte bereits erzielte Fortschritte, machte jedoch deutlich, dass in wesentlichen Punkten noch Handlungsbedarf besteht. Er sagte: „Von vier Forderungen der Hilfsorganisationen von vor 3 Jahren sind anderthalb erfüllt. Insbesondere bei der Netzwerkarbeit sowie der Finanzierung für Investitionen ist das Land auf einem guten Weg. Es bleiben aber weiter die Probleme bei Unterstellmöglichkeiten für Fahrzeuge und Technik sowie bei der Helfergleichstellung und Anschaffung persönlicher Schutzausrüstungen für unsere ehrenamtlichen Katastrophenschutzhelfer.“

Sachsen-Anhalts Innenministerin Dr. Tamara Zieschang stellte den Katastrophenschutz in den Kontext der aktuellen Sicherheitslage, die von Extremwetterereignissen, hybriden Bedrohungen und Risiken für kritische Infrastrukturen geprägt ist. Sie wies darauf hin, dass der Katastrophenschutz im Land funktionieren muss. Zieschang hob die deutlich steigenden Investitionen des Landes hervor – unter anderem in Einsatzfahrzeuge, Drohnen, mobile Stromerzeuger, Gerätewagen und Ausbildungsinfrastruktur. Gleichzeitig kündigte sie an, die von den Hilfsorganisationen angesprochenen Themen verstärkt auf kommunaler Ebene einzubringen.

Auch aus Sicht des Bundes ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Land, Kommunen und Hilfsorganisationen notwendig. Darauf wies Janette Karsten hin, Fachreferentin für das Ehrenamt im Bevölkerungsschutz beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Sie unterstrich die sicherheitsstrategische Bedeutung des Landes: „Sachsen-Anhalt ist allein durch seine Lage ein Dreh- und Angelpunkt für uns und unsere NATO-Bündnispartner. Resilienz in dieser Region ist besonders wichtig.“

Karsten benannte mehrere zentrale Herausforderungen für den Bevölkerungsschutz, die auch durch die Landesarbeitsgemeinschaft bereits deutlich gemacht wurden: Steigende Einsatzanforderungen durch Klimawandel, Krisen und Extremwetter träfen auf begrenzte Einsatzressourcen. Die Hilfsorganisationen in Deutschland gaben an, nur zu einem Drittel über ausreichende Kapazitäten zu verfügen. Zudem schwächen Mehrfachverpflichtungen Ehrenamtlicher für verschiedene Bedarfsträger wie Bundeswehr, Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) oder kritische Infrastrukturen die Struktur der Einsatzkräfte. Die fehlende Gleichstellung mit Freiwilligen Feuerwehren und THW erschwere die Situation. „Ohne personelle und strukturelle Stärkung können die Organisationen die Erwartungen von Bund und Länder künftig nicht erfüllen“, betonte Karsten.

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